Daniel Dunkelziffer
Sammlungen · BlackBerry

Archiv für angewandte Erreichbarkeit

Die BlackBerry-Sammlung Daniel Dunkelziffers, 1996–2018

Gesamtansicht der BlackBerry-Sammlung

Gesamtansicht der Sammlung. Die Geräte sind nach Erscheinungsjahr geordnet. Abweichungen wurden nicht festgestellt.

Fiktionale Darstellung · KI-generiert

Eine technikhistorische Betrachtung

Die Geschichte der mobilen Kommunikation ist eng mit dem Wunsch verbunden, Menschen unabhängig von ihrem Aufenthaltsort erreichen zu können. Dass dieser Wunsch nicht zwangsläufig von beiden Seiten gleichermaßen geteilt wird, blieb in der technischen Entwicklung weitgehend unberücksichtigt.

Daniel Dunkelziffer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem Phänomen.

Seine private BlackBerry-Sammlung umfasst zwölf ausgewählte Geräte aus den Jahren 1996 bis 2018. Sie dokumentiert die wesentlichen Entwicklungsschritte einer Technologie, die zunächst ausschließlich der Übermittlung kurzer Nachrichten diente und schließlich nahezu sämtliche Lebensbereiche ihrer Nutzer erreichte.

Die Geräte befinden sich in einer eigens angefertigten, zweigeschossigen Glasvitrine. Ihre Anordnung folgt streng chronologischen Gesichtspunkten. Sämtliche Exponate sind nummeriert und einzeln beschriftet.

Die Sammlung ist nicht öffentlich zugänglich.

Vom Pager zum Smartphone

Den Ausgangspunkt bildet der RIM Inter@ctive Pager 900 aus dem Jahr 1996. Das Gerät ermöglichte bereits den mobilen Austausch elektronischer Nachrichten, verfügte jedoch weder über eine klassische Telefonfunktion noch über die später selbstverständlichen multimedialen Eigenschaften.

Mit dem BlackBerry 850 aus dem Jahr 1999 begann die eigentliche Markengeschichte. Das Gerät verband mobile E-Mail-Kommunikation mit einer charakteristischen Miniaturtastatur.

2002 folgte mit dem BlackBerry 5810 ein entscheidender Entwicklungsschritt: Erstmals konnte mit einem BlackBerry auch telefoniert werden, wenngleich hierfür noch ein externes Headset erforderlich war.

Dunkelziffer bewertet diesen Umstand rückblickend als durchaus gelungenen Kompromiss.

Die nachfolgenden Modelle 6210, Pearl 8100 und Bold 9000 dokumentieren die zunehmende Integration von Telefonie, elektronischer Korrespondenz und persönlicher Terminverwaltung.

Insbesondere die Einführung des BlackBerry Bold im Jahr 2008 gilt innerhalb der Sammlung als bedeutender Wendepunkt. Das Gerät verband eine hochwertige äußere Gestaltung mit einer bemerkenswerten Leistungsfähigkeit.

Dunkelziffer selbst bevorzugt nach eigenen Angaben die Tastatur.

BlackBerry Bold 9000 · 2008 · Inv. 006

Die mechanische Tastatur ermöglichte eine vergleichsweise geräuscharme Korrespondenz.

Fiktionale Darstellung · KI-generiert

Der Verlust der Tasten

Mit dem BlackBerry Storm 9500 begann 2008 eine Phase grundlegender gestalterischer Veränderungen.

Die physische Tastatur, über Jahre das charakteristische Merkmal der Marke, wurde erstmals bei einem bedeutenden Modell vollständig durch eine berührungsempfindliche Oberfläche ersetzt.

Es folgten verschiedene Zwischenlösungen, darunter das BlackBerry Torch 9800 mit ausziehbarer Tastatur.

Das BlackBerry Passport aus dem Jahr 2014 nimmt innerhalb der Sammlung eine Sonderstellung ein. Sein ungewöhnlich breites Format widersetzte sich den damals bereits weitgehend etablierten Proportionen moderner Smartphones.

Dunkelziffer schätzt insbesondere die Tatsache, dass sich das Gerät nur eingeschränkt für die einhändige Bedienung eignet.

BlackBerry Passport · 2014 · Inv. 010

Das ungewöhnliche Seitenverhältnis erschwerte die Unterbringung in handelsüblichen Hosentaschen.

Fiktionale Darstellung · KI-generiert

Das Ende einer Entwicklung

Mit dem BlackBerry Priv erfolgte 2015 der Wechsel zum Betriebssystem Android. Die eigenständige Softwareplattform verlor damit zunehmend an Bedeutung.

Den chronologischen Abschluss der Sammlung bildet das BlackBerry KEY2 LE aus dem Jahr 2018, eines der letzten weltweit vertriebenen Geräte mit dem charakteristischen BlackBerry-Tastaturkonzept.

Die Geschichte der Marke als Hersteller beziehungsweise Lizenzgeber klassischer Smartphones endete damit weitgehend.

Die älteren BlackBerry-Betriebssystemdienste wurden im Januar 2022 eingestellt.

Dunkelziffer sieht darin keinen wesentlichen Nachteil für den Sammlungsbestand.

Konservatorische Gesichtspunkte

Alle zwölf Geräte werden unter kontrollierten Lichtverhältnissen aufbewahrt. Die Präsentation erfolgt in einer zurückhaltenden, ausschließlich schwarz gehaltenen Vitrine mit indirekter Beleuchtung.

Die Displays bleiben grundsätzlich ausgeschaltet.

Auf eine Wiederherstellung der ursprünglichen Kommunikationsfähigkeit wurde bewusst verzichtet. Die Sammlung dient ausschließlich der Dokumentation technischer und gesellschaftlicher Entwicklungen.

Die Geräte werden regelmäßig entstaubt. Eine weitergehende Nutzung ist nicht vorgesehen.

Zur Bedeutung der Sammlung

Die BlackBerry-Sammlung verdeutlicht beispielhaft, wie sich technische Innovationen über einen Zeitraum von gut zwei Jahrzehnten gegenseitig ablösten.

Was ursprünglich als Instrument zur Vereinfachung geschäftlicher Kommunikation entwickelt wurde, entwickelte sich schrittweise zu einem ständigen Begleiter des modernen Menschen.

Die zwölf Exponate stehen somit nicht allein für die Geschichte eines Unternehmens, sondern auch für einen grundlegenden Wandel im Verhältnis zwischen Individuum, Information und Verfügbarkeit.

Dunkelziffer betrachtet diesen Wandel mit Interesse.

Eine Wiederinbetriebnahme der Geräte ist nicht geplant.

Sammlung Daniel Dunkelziffer

Fachbereich Kommunikation und technische Rückzugsmöglichkeiten

Bestand: 12 Exponate · Zeitraum: 1996–2018 · Erhaltungszustand: überwiegend gut

Besichtigungen nach Vereinbarung. Termine werden nicht vergeben.